C.U.T.E. & MOONCAKE – Black Moon Empire (Split-EP)

 

 

Vereint unter schwarzen Gestirnen

Split-EPs sind was Feines. Da bekommt man zwei geschmacksaffine Musiken mit einem Schlag. Soeben so geschehen auf dem kleinen feinen Label/Vertrieb OXIDE TONES, namentlich durch die Bands COLLAPSE UNDER THE EMPIRE (C.U.T.E.) aus Deutschland und MOONCAKE aus Russland. Für alle, die vor diesen Namen erstmal blank sind: OXIDE TONES begann 2004 als erster deutscher Online-Shop für Postrock-Musik und eröffnete hiesigem Publikum damit den Markt für Importe aus Übersee. Um wiederum auch musikalischen Projekten den Zugang zum Musikmarkt zu erleichtern, signed OXIDE TONES seit 2010 auch Newcomer-Bands des Genres.

Das Duo C.U.T.E. stammt aus dem Norden der Bundesrepublik und begann ursprünglich als Projekt, das Musik zu filmischen Formaten beisteuern wollte. Die Nähe zu den ästhetischen Ursprüngen des Postrock deutet sich hier bereits an. Vielmehr als irgendeine Marktlücke war es dann aber die offenkundige Eigenständigkeit der musikalischen Tonspuren, die C.U.T.E. als rein musikalische Formation begründete. So erschien 2008 die erste noch selbstvertriebene EP Paintball. Es folgte der Longplayer Systembreakdown ebenfalls in Eigenregie, und schon wurde das Label „Believe Digital“ auf C.U.T.E aufmerksam und veröffentliche die Nachfolger Find A Place To Be Safe und The Sirens Sound. Auf dem vorliegenden Sampler erklingen die beiden neuen Songs ‚Spark‘ und ‚T.S.D‘. Ersteres präsentiert die Band von ihrer brachialeren, genuin musischen Seite, letzteres gibt Einblicke in Sound-Design und Song-Composing, wie man es sich tatsächlich auch als Begleitung zum (Kopf-)Kino vorstellen kann.

MOONCAKE wiederum kommen aus der russischen Metropole Moskau und sind dem europäischen Publikum möglicherweise bereits als Vorband von CASPIAN, EXPLOSIONS IN THE SKY oder GOD IS AN ASTRONAUT bekannt. Ihr Stil ist gekennzeichnet durch eine wenig vorhersehbare Dramaturgie zwischen den brachialen und den melodisch-dezenten Parts ihrer Instrumentalmusik. Viel Delay und Distortion erleichtern den Einstieg für bereits geschulte Hörgewohnheiten. Die Assoziation, dass Laika (das erste Lebewesen im Orbit, 1957 von den Sowjets ins Weltall geschossen) auf ihrer Reise vielleicht Töne des Moskauer Quartetts im Hundeöhrchen hatte, erscheint nicht abwegig. Wüste und verlassen anmutende Soundscapes dröhnen sich nämlich beim Hören von ‚Turquoise‘ und ‚Novorossiysk 1968‘ in den Gehörgang. Das erste Album Lagrange Points erschien 2008 auf „Fluttery Records“, und für diesen Sommer ist der Nachfolger angekündigt.

Die titelgebende Kollaboration ‚Black Moon Empire‘ ist ein selbsterklärendes Stück Postrock-Klassiker. Monumentale Gitarrenteppiche und dröhnende Bässe werden von dynamisch variiert eingespielten Drums durch den Parcours getrieben, ein ins Endlose pulsierender Delay setzt das Zeit-und-Raum-Kontinuum auseinander. Unter dem Einfluss eines schwarzen Mondes eben. Das Ganze macht wirklich neugierig auf die jeweils kommenden Alben der beiden Bands.

(Diese Rezension erschien zuerst auf Popmonitor.berlin.)

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COLLAPSE UNDER THE EMPIRE & MOONCAKE
Black Moon Empire
(Oxide Tones)
VÖ: 31.07.2011

http://oxide-tones.com

www.collapseundertheempire.com
www.myspace.com/collapseempire
www.mooncake.ru
www.myspace.com/mooncakeband

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